Es ist kein Zufall, dass wir alle die gleichen Probleme haben!
Persönliche Probleme werden zu Politischen, wenn man alleine nichts mehr machen kann, wenn man Unterstützung und Solidarität braucht. Genau dann, wenn es mehrere betrifft und man gemeinsam etwas macht. Dann sind private Probleme auch politisch!




Lehrer*innen müssen ein offenes Ohr haben – auch wenn’s erst mal privat klingt. Sie sollten Verständnis zeigen für Persönliches. Und es muss Raum im Unterricht bekommen!
Jasmin war immer fröhlich – jetzt schaut sie nur noch aus dem Fenster.
Zunächst wirkt es wie Desinteresse oder vielleicht Liebeskummer. Ein Gespräch zwischendurch zeigt das eigentliche Problem: Ihre Familie wartet seit Monaten auf einen Asylbescheid, die Angst vor Abschiebung macht sie fertig. Der Fokus des Gesprächs in der Klasse verschiebt sich. Fragen fliegen durch den Raum: „So eine Kacke!“ „Was können wir machen?“ „Wie lässt sich so eine Angst nur aushalten?“ „Wieso ist das System so rassistisch?”
In den Pausen fällt mir immer öfter auf: Kinder bringen nichts zu essen mit.
Ich höre ein Gespräch zwischen zwei Freund*innen: „Mama sagt, wir müssen sparen, bis sie wieder Arbeit hat.“ Wieder in meiner Klasse frage ich nach. Mehrere Familien haben gerade große Sorgen. Wir organisieren eine Brotzeitkiste, um miteinander zu teilen und besprechen eine Strategie für günstiges Essen im Schulkiosk.
Wenn man sich kennt, es harmonisch, fast freundschaftlich ist, zwischen Schüler*innen & Lehrer*innen, dann kann man persönliche Probleme auch erzählen. Dann kann man große Schritte machen gesellschaftliche Probleme zu verstehen.