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Podcast: Politik erlebbar machen | Folge 05 mit Klas Roggenkamp und Konstantin Korn

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In dieser Folge von EduVisionaries treffen zwei Menschen aufeinander, die auf unterschiedlichen Wegen dasselbe Ziel verfolgen: Politik für alle zugänglich und erlebbar zu machen – besonders für junge Menschen.


Pressemitteilung: Partizipatives Forschungsprojekt entwickelt Lernlandkarte von Berufsschüler:innen für Lehrkräfte

Wenn Schüler:innen Schule neu denken – Lernlandkarte ermutigt Lehrkräften zum umdenken

Was passiert, wenn Schüler:innen nicht bewertet werden – sondern selbst bewerten?

Berufsschüler:innen aus Hessen haben gemeinsam mit Forschenden der Justus-Liebig-Universität Gießen eine Lernlandkarte für politische Bildung entwickelt, die sich gezielt an Lehrkräfte richtet. Das Ergebnis: ein praxisnahes Instrument, das Lehrkräfte dazu einlädt, Unterricht, Beziehungsgestaltung und Entscheidungsprozesse neu zu denken – und erste Schulen reagieren begeistert.

„Das ist mal ein cooles Forschungsergebnis, das wirklich handhabbar ist – deutlich besser als 20 Seiten Theorie“, berichtet ein Schulleiter über die Lernlandkarte.

Im Zentrum der Lernlandkarte steht eine klare Botschaft der Jugendlichen:  „Wir entscheiden, wie wir am besten lernen. Hilf uns dabei, statt uns Vorschriften zu machen.“ Die Lernlandkarte bietet Lehrkräften konkrete Reflexionsanlässe zu Unterrichtsgestaltung, Lernprozessen, Beziehungsgestaltung und zu gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Grundlage sind gemeinsame Forschungsarbeiten mit Schüler:innen, von denen viele selbst von sozialen Herausforderungen betroffen sind – etwa aufgrund von Migrationserfahrungen oder Schwierigkeiten beim Schulabschluss.

Forschung mit Jugendlichen – Perspektivenwechsel für Lehrkräfte

Die Lernlandkarte stellt Lehrkräfte bewusst in den Mittelpunkt – nicht als Adressat:innen von Kritik, sondern als zentrale Akteur:innen für Veränderung. Sie bietet konkrete Reflexionsanlässe zu Unterrichtsgestaltung, Lernprozessen, Beziehungsgestaltung und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen politischer Bildung. „Uns war schnell klar: Wir können nicht nur Forderungen formulieren. Wir müssen Lehrkräfte auch dafür gewinnen – und ihnen gleichzeitig Angebote zur Weiterentwicklung machen“, erklärt Konstantin Korn von der Justus-Liebig-Universität Gießen, der das Projekt begleitet hat.

Die beteiligten Jugendlichen erleben Schule oft als zu ernst, zu starr und zu wenig dialogorientiert erlebt wird. Die Lernlandkarte bietet  konkrete Ideen an, wie Unterricht kooperativer, gerechter und demokratischer gestaltet werden könnte. „Manchmal braucht es nur ein bisschen Vertrauen von den Lehrkräften, damit Schüler:innen zeigen können, was wirklich in ihnen steckt.“ betont Berufsschülerin Süheda, die am Projekt mitgearbeitet hat. 

„Gesellschaftlich stehen junge Menschen unter enormem Druck – von Klimakrise bis Rechtsruck. Viele unserer Schüler:innen spüren diese Probleme unmittelbar. Politische Bildung sollte das ernst nehmen und in einen größeren Zusammenhang einordnen“, ergänzt Prof. Dr. Sophie Schmitt, Professorin für Didaktik der Sozialwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Gemeinsames Ziel: Unterricht noch besser machen.

Die Lernlandkarte ermutigt Lehrkräfte, Unterricht gemeinsam mit ihren Schüler:innen auszuhandeln – nicht nur Methoden, sondern auch Lernziele, Lernwege und Entscheidungsprozesse. Sie bietet zudem Impulse, um Bildungsungleichheit sichtbar zu machen und gemeinsam Strategien dagegen zu entwickeln.

„Wenn sich ein paar Kolleg:innen zusammentun, können sie viel bewegen. Und wenn Schulen Unterstützung möchten, kommen wir gern für Workshops oder Fortbildungen vorbei“, so Korn abschließend.