Die Themen, die im Unterricht oft vermieden werden – Gewalt, Diskriminierung, Flucht, Ohnmacht – sind häufig genau die, die Schüler:innen beschäftigen. Sie bringen eigene Erfahrungen, Erinnerungen oder kollektive Traumata mit. Politische Bildung, die von diesen „Grenzerfahrungen“ her denkt, nimmt diesen Bedarf ernst ernst. Dabei tut es manchmal weh – weil es um reale Unterdrückung geht, nicht um abstrakte Theorie. Aber genau diese Zumutung eröffnet kritisch-emanzipatorische Lernprozesse. Die Herausforderung besteht darin, „sichere“ Räume zu schaffen, ohne die Konflikthaftigkeit zu glätten.